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Ablegerbildung

Natürliche Fortpflanzung und Vermehrung

Eine neugeborene Bienenkönigin (Weisel) fliegt erst nach 6 Tagen zum sogenannten Hochzeitsflug aus. Dabei paart sie sich mit bis zu 12 Drohnen, um verschiedene Abstammungslinien (Fraktionen) zu erzeugen. Jede Fraktion weißt dabei ein leicht abweichendes Verhaltensmuster auf, wodurch ein Teil der Bienen auf bestimmte Bedingungen besser reagieren als andere.

Drohnenbrut findet man etwa von April bis August im Bienenvolk, also ungefähr während der natürlichen Schwarmzeit (meistens Mai- Juni). Diese werden vom Volk nur gezogen, um Königinnen zu besamen. Nach der Begattung, die übrigens in der Luft statt findet, sterben die Drohnen. Die, die keine Königin befruchten konnten werden während der Drohnenschlacht vom Bienenvolk verstoßen. Da Drohnen nicht einmal Honig sammeln können sind sie vollständig auf die soziale Hilfe eines Volkes angewiesen und sterben bei verweigertem Futteraustausch an Nahrungsmangel.

Die neu begattete Stockmutter kann täglich bis zu 2000 Eier legen, dies variiert jedoch von Volksstärke, Klimaregion und Rasse. Ihr Samenvorrat hält für ungefair 4-6 Jahre. Dies entspricht meistens der natürlichen Lebenszeit, falls sich der Vorrat aber dem Ende neigt legt die Königin vermehrt unbefruchtete Eier. Ein solcher Fall tritt aber selten ein, da das Volk rechtzeitig reagiert und die Weisel ersetzt.

Falls die Bienenkönigin aber in einem eher schlechten Zeitraum stirbt, beziehungsweiße außerhalb der normalen Brutzeit, hat das Volk eher geringe Überlebenschancen. Selbst falls noch eine neue Königin aus noch vorhandener Brut herangezogen werden kann, kann diese selten begattet werden. Somit ist kein Nachschub an Arbeiterbienen gewährleistet und das Bienenvolk überlebt nicht.

Sollte die Weisel aber innerhalb der regulären Brutzeit sterben züchten die Bienen selbstständig eine neue Königin nach. Dazu legen sie Weiselzellen an, in denen die Eier über alle Larvenstadien mit dem Gelee Royal gefüttert werden. Diese großen, länglichen Zellen werden senkrecht befestigt, die Lage und das besondere Futter führen dazu, dass statt einer Arbeiterbiene eine neue Jungkönigin schlüpft.

Die Bienenkönigin besitzt zwar einen Stachel, benutzt diesen aber nur einmal – da die Bienen vorsorglich gleich mehrere Weiselzellen anfertigen, müssen Rivalinnen getötet werden.

 

 

arbeiterin königin drohn entwicklungszeitDie Grafik zeigt eine Übersicht zur Entwicklung der Arbeiterbiene, Königin und Drohne.

 

Merke: 3-5-8 und die Königin ist gemacht!

Die natürliche Vermehrung des Volkes findet durch den Schwarmtrieb statt. Dabei teilt sich das Volk. Die Schwarmstimmung kommt im Frühsommer auf, falls es den Bienen sehr gut geht oder zu wenig Platz vorhanden ist. Dabei fliegt die Königin aus und nimmt einen großen Teil Bienen mit. Zuvor hat sie jedoch die Weiselzellen bestiftet, um dem verbleibenden Volk eine neue Königin zu versichern.

Es kann passieren, dass nicht nur ein Schwarm abgeht (Vorschwarm), sondern eine der neu geschlüpften Königinnen ebenfalls schwärmt. Dies nennt man Nachschwärmen.

 

Zuchtziele

Die Königinnenzucht ist eines der wichtigsten Themen im Bereich der Imkerei. Es gibt extra bienenkundliche Institute, welche sich diesem Teil der Bienenhaltung widmen.

Heutzutage können Bienen meistens nicht mehr alleine überleben, für die Fortpflanzung und Lebenserhaltung (etwa durch Krankheitsbekämpfung) sind Imker verantwortlich.

Man kann sich aus verschiedenen Gründen eine neue Königin züchten. Ob zum Vertrieb, zum Vermehren der eigenen Bestände oder um eine alte Weisel auszuwechseln – man möchte immer gewisse Standards erreichen.

Die Bienen sollen möglichst Fruchtbar sein. Das heißt es soll ein großes und starkes Volk werden. Dabei ist der Ertrag natürlich wichtig. Denn dieser soll ja auch möglichst hoch sein. Außerdem wollen wir eine möglichst hohe Schwarmträgheit erreichen, denn wenn die Bienen schwärmen ist der Ertrag immer recht niedrig – es fehlen ja sehr viele Bienen so wie eine Königin. Damit wir beim Arbeiten nicht gestochen werden sollten die Bienen auch eine gewisse Sanftmut besitzen. Optimal wäre natürlich eine gewisse Varroatoleranz, dies erwartet man aber von eher aggressiven Bienen.

Man sieht schon, die meisten Zuchtziele hängen voneinander ab.

 

Ablegerbildung

Mit der Ablegerbildung verfolgt man das Ziel einer gezielten Jungvolkbildung. Durch diesen Prozess kann man aus einem Volk zwei oder mehrere Bilden. Zum Einsatz kommt dies, um den eigenen Bienenbestand zu vergrößern oder abgestorbene Völker zu ersetzen.

Zur Ablegerbildung verwendet man den natürlichen Trieb der Tiere sich zu vermehren. Es gibt Methoden, die den Schwarmtrieb ausnutzen, allerdings gibt es auch Möglichkeiten ein Abschwärmen zu imitieren. Oftmals benutzen Imker die Ablegerbildung auch zur Prevention des Schwarmtriebs – den Bienen einfach zuvor kommen.

Die Ablegerbildung schwächt das Volk, deshalb sollte man dies nur während der größten Wachstums und Entwicklungsphase tun. Dies betrifft den Zeitraum von Ende April bis Anfang Mai, da dann die Volksstärke am stärksten zunimmt.

Dies sollte nicht mit schwachen Völkern durchgeführt werden.

 

  1. Verfahren zur Ablegerbildung: (Sammel-)Brutableger

 

Eines der gängisten Verfahren einen Ableger zu bilden ist der Weg über einen Brutableger. Dabei entnimmt man einem Volk einfach 2 bis 3 Waben mit Brut und steckt sie in eine leere Zarge. Wichtig dabei ist, dass sich unter bald auslaufender Brut auch bestiftete Brut befindet. Optional kann man, abgesehen von den bereits auf den Brutwaben sitzenden Bienen, noch weitere Bienen aus dem Altvolk zuführen. Man sollte jedoch aufpassen, dass die Königin nicht in den Ableger gelangt. Aufgrund der eventuellen Unterversorgung ist es nötig noch 2 Honigwaben je links und rechts der mittig platzierten Brutwaben beizuhängen. Den Rest der Zarge kann man nun mit leeren Waben auffüllen.

Die Bienen im Ableger merken nun, dass ihnen eine Königin fehlt und versuchen die vorhandenen bestifteten Zellen in Weiselzellen um zu bauen. Mit der neu geschlüpften Königin ist der Ableger fertig.

Von Sammelableger spricht man, falls man die Brutwaben nicht einem Volk entnimmt, sondern von unterschiedlichen Völkern.

 

 

  1. Verfahren zur Ablegerbildung: Königinnenablegerköniginnenableger

Bei diesem Verfahren werden nicht nur Brutwaben und Honigwaben entnommen, sondern auch eine neue Königin hinzugefügt. Das ist vorteilhaft um der Schwarmstimmung im Altvolk entgegen zu wirken. Diese Methode eignet sich besonders nachdem man im Altvolk bestiftete Weiselzellen gefunden hat. Dabei sollte man jedoch nach dem entnehmen der Königin alle Weiselzellen bis auf eine im Altvolk entfernen. Sonst kann es dennoch zum Abschwärmen kommen.

Statt die Königin aus dem alten Volk dem Ableger beizusetzen kann man sich auch eine neue Königin kaufen. Dadurch ist in beiden Völkern Legetätigkeit gewährleistet.

Um eine gekaufte Königin an das Volk zu gewöhnen ist diese vorerst in einem Käfig eingesperrt. Der Eingang dazu ist mit Futterteig verschlossen, welcher mit der Zeit aufgegessen wird. Dann kann die neue Königin ins Volk.

 

  1. Verfahren zur Ablegerbildung: Weiselloses Pflegevolkweiselloses pflegevolk

Das weisellose Pflegevolk unterscheidet sich nicht sehr arg vom Königinnenableger. Allerdings wird dem Ableger statt einer Königin eine oder mehrere bestiftete Weiselzellen beigehängt. Die Bienen züchten dann daraus Königinnen.

Das ist eine oftmals angewendete Methode um Königinnen zu ziehen.

 

  1. Verfahren zur Ablegerbildung: Ableger durch Kunstschwarm (Fegling)kunstschwarm fegling

Der Fegling unterscheidet sich grundlegend von den anderen Methoden. Dabei werden keine Waben entnommen, sondern nur Bienen. Dazu kehrt man Bienen von 6-8 Honigwaben in einen Feglings- oder Schwarmsiebkasten. Man kann auch eine leere Beute benutzen. Allerdings ist wichtig das genug Belüftungsmöglichkeiten vorhanden sind. Anschließend wird eine neue Königin in einem durch Futterteig verschlossenen Kasten beigesetzt. So füttert man die Bienen nun 3 Tage, dadurch verlieren sie die Orientierung zum Altvolk und nehmen die neue Königin an. Anschließend werden Waben eingehängt und das Volk baut sich selber auf.

Zur Volksbildung wird ein Fegling nicht unter 2,0 kg Gewicht gebildet, damit aus diesem Bienenschwarm bis zur Wintereinfütterung (Ende Juli) noch ein stattliches Volk heranwachsen kann.

 

  1. Verfahren zur Ablegerbildung: Flugling

Stellt man bei Flugwetter ein Volk um und setzt an die alte Position eine Beute mit 1- 2 Futterwaben und einer bestifteten Wabe kehren die Bienen dorthin zurück. Sie nehmen das sofort als neue Behausung an und züchten sich selber eine Königin. Falls man eine eigene Königin einsetzen möchte, bricht man einfach die Weiselzellen nach 8- 10 Tagen raus und setzt die neue Weisel ein.

 

  1. Verfahren zur Ablegerbildung: Den Schwarmtrieb nutzen

Die natürlichste Möglichkeit ist es, einen ausgeflogenen Schwarm einfach ein zu fangen und in eine Beute zu schütten. Im Altvolk ist von Bienenhand bereits für eine neue Königin gesorgt. Allerdings sollte man auch hier alle Weiselzellen bis auf eine entfernen, da es sonst zum Nachschwärmen kommen kann.

 

Verfahren zur Ablegerbildung, Bildung von Jungvölkern – Präsentation

 

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